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Die Via Francigena

Ein Weg, auf dem die Pilger jahrhundertelang unter großen Opfern und Strapazen nach Süden wanderten, um die Ewige Stadt zu erreichen.

Die Via Francigena ist eine der wichtigsten historisch kulturellen Routen, eine über zweitausend Kilometer lange Strecke, die von England durch die alte Welt bis nach Italien führt.

Ein langer Korridor von Canterbury nach Rom. Ein bedeutendes Beispiel einer historischen Route, die im Tagebuch des Erzbischofs Sigerich im Jahre 990 beschrieben wird, und die in den letzten Jahren durch das neu erwachte Phänomen der Pilgerwanderung erneuert an Interesse gewonnen hat.

Auf der 120 Kilometer langen Strecke durch die Lombardei durchquert die Via Francigena das Umland von Pavia und Lodi, schlängelt sich dann durch die Lomellina, das Land der Gewässer, Reisfelder, Kanäle, Flößwiesen mit seinen hübschen Dörfern, in denen die Zeit still zu stehen scheint.

Hinzu kommen Burgen, Villen und alte Bauernhöfe, darunter die von Leonardo da Vinci für Ludovico Il Moro entworfene „Sforzesca“. Der erste Abschnitt im Umland von Pavia beginnt in Palestro, durchquert Robbio und erreicht Mortara. Auf der Wanderung ist eine Pause an den Kirchen San Valeriano, der alten cluniazensischen Prioratskirche aus dem 12. Jh. und San Pietro di Robbio, mit ihren wundervollen Fresken, Pflicht.

In Mortara lohnen eine Pause an der Basilika San Lorenzo und an der Abtei Santa Croce und Sant’Albino, die dort erbaut wurde, wo Karl der Große die Langobarden besiegte, auch heute noch ein starkes Zeugnis der einzigartigen Bedeutung dieser Route für das Umland von Pavia. Tromello ist die erste Etappe des zweiten Abschnitts durch das Gebiet um Pavia. Hier kann man eine kleine Pause zum Besuch der Wallfahrtskirche Madonna Della Bozzola in Garlasco machen. Dieser Ort war Ziel der christlichen Pilgerfahrer im 15. Jh., die dann den Weg Richtung Pavia, der Hauptstadt des Langobardenreiches wiederaufnahmen.

Wenige Kilometer vor der Stadt, in der freien Landschaft erhebt sich eines der größten Meisterwerke der Renaissance: die Kartause von Pavia, die Gian Galeazzo Visconti 1396 als Familienkapelle errichten ließ.

Wer Liköre und handgefertigte Destillate schätzt, darf einen Besuch der alten Apotheke der Kartause nicht versäumen. Hier findet man echte Besonderheiten, die von den Mönchen zubereitet werden, wie Amaro Certosa, Amaro Centerbe, Kaffeelikör und den gelben oder grünen Gran Certosa.

Lohnenswert ist auch ein Besuch des Doms von Pavia, einer Kathedrale auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes mit drei Schiffen und halbrunden seitlichen Kapellen. Hier befinden sich die Überreste des Syrus und ein wertvoller Domschatz aus dem 18. Jh. aus Silber und Kristall mit den heiligen Dornen der Krone Christi. Dann geht der Weg weiter nach San Michele Maggiore, wo der schreckliche Barbarossa 1155 zum König Italiens gekrönt wurde, bis zur Basilika San Pietro in Ciel d’Oro, wo die Gebeine des Augustinus verwahrt sind.

In Lambrinia endet der letzte Abschnitt der Via Francigena in der Provinz Pavia. Der Ort ist ein Hommage an die bäuerlichen Wurzeln der Provinz, zwischen Erinnerungen an das Leben in den Feldern und an große italienische Schriftsteller wie Giuseppe Parini, Ugo Foscolo und Pietro Verri, die berühmte Gäste des alten Schlosses Belgioioso waren, das Galeazzo II. Visconti in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts gründete. Die Francigena führt dann weiter in das Umland von Lodi, von Ponte di Mariotto nach Orio Litta am Fluss Lambro entlang.

Machen Sie eine Pause in dem von Zisterziensern erbauten Bauernhof, Cascina Cantarana. Die Mönche hatten hier zuvor mit der gewissenhaften Arbeit zur Trockenlegung eines Sumpfgebiets ein großes Beispiel ihres Geschicks geliefert. Das prachtvolle Gebäude verfügt über einen großen Hof, um den die Wohnräume der Bauern, Ställe, Wäschebrunnen und Tränken angeordnet sind.

Es geht dann am Fluss Po weiter auf dem Lambro-Damm durch die Landschaft um Lodi bis zum Transitum Padi von Sigerich im Ort Senna Lodigiana, einem Ziel der Pilger aus Nordeuropa, die sich hier Richtung Rom einschiffen konnten. Mit einem Mountainbike kann man den Rundweg fahren, der eigens angelegt wurde, um Orio Litta und Corte Sant’Andrea, über Ospedaletto, Senna Lodigiana und Mirabello zu verbinden.

 

5 GUTE GRÜNDE FÜR DIESE ROUTE

  1. Im Kloster Sant’Albino in Mortara sind in eine Reihe Ziegelsteine die Spuren der Pilger des 11. Jahrhunderts eingeritzt. Ein echter Sprung in eine weit zurückliegende Zeit.
     
  2.  An der Via Francigena kann man wie die alten Pilger schlafen und in Klöstern, Pilgerherbergen und Wallfahrtsorten übernachten.
     
  3. Der Naturschutzpark des Flusses Ticino bietet eine Fülle von Eindrücke auf der Strecke von Garlasco nach Pavia: Flusslandschaften und dichte Wälder, eine vielseitige Fauna.
     
  4.  Ein Tag in Pavia, einer prachtvollen Stadt und Kreuzpunkt einer Unmenge historischer Wege. Sie werden sie ins Herz schließen.
     
  5.  Die unberührte Natur und die Schönheit dieser Landschaften, die in der Vergangenheit Orte der Sommerresidenzen und Jagdschlösschen berühmter Figuren aus der Geschichte waren, von Galeazzo II. Visconti bis Ludovico Il Moro, der 1486 in Vigevano die Villa Sforzesca erbauen ließ.

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