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Der Mathilde-Weg des Volto Santo

Ein große Route des Glaubens und der Kultur. Die Stätten der Gonzaga und die Werke von Leon Battista Alberti.

Der Mathilde-Weg des Volto Santo ist eine Pilger- und Gebetsroute, aber auch der Entdeckung einer Gegend gewidmet.

Die Mathilde von Canossa gewidmete Strecke verläuft durch Gebiete, die einstmals unter der Herrschaft der Markgräfin standen und ist mit den Spuren des Peregrinus Laziosi, dem Schutzherren der Wanderer verbunden.

Sie geht von Mantua über den Apennin bis nach Lucca. Ein Strecke voller historischer Zeugnisse, Bauwerke und Denkmäler, die viel über die Geschichte der Pilger erzählen, die aus den deutschen Ländern Richtung Rom zogen. Auf lombardischem Boden führt sie durch Mantua, San Benedetto Po, Borgoforte, Suzzara, Luzzara und Guastalla.

Mantua ist eine von Natur aus schöne Stadt, die durch die Hand des Leon Battista Alberti, des Architekten zweier der wichtigsten Kirchen der Stadt, noch zauberhafter wird. Der berühmte Baumeister der Renaissance steht im Mantua des 15. Jahrhunderts im Dienste der Familie Gonzaga. Seine Aufgabe war es von Anfang an, aus Mantua eine der wichtigsten Städte der italienischen Renaissance zu machen.

Im Zentrum lässt er die Basilika Sant‘Andrea bauen, die größte Kirche der Stadt, die erst viele Jahre nach dem Tod des Architekten fertiggestellt wird. Wie auch den Tempel San Sebastiano, der ebenfalls von Alberti, eine mächtige sehr beeindruckende monumentale Fassade aufweist: hier stellt Alberti seine gesamten Kenntnisse der klassizistischen Architektur zur Schau und kommt zu wirklich interessanten architektonischen Lösungen.

Die Fassade von San Sebastiano weist eine Aufarbeitung der Elemente des klassischen Tempels auf, während die Basilika Sant‘Andrea am Modell des etruskisch-italischen Tempels inspiriert ist. Im Innenraum sind die Ähnlichkeiten zwischen den beiden Kirchen weniger stark, vor allem im Grundriss: griechisches Kreuz bei der ersten und lateinisches Kreuz bei der zweiten. Auch hier dominiert jedoch der Klassizismus.

Auch die im Jahr 1007 von Tedaldo di Canossa gegründete Klosteranlage Polirone erhebt sich auf einer ehemaligen Insel zwischen den Flüssen Lirone und Po. Bis zum Jahr 1797, der Aufhebung durch Napoleon Bonaparte spielte das Kloster eine vorrangige Rolle dank des religiösen, politischen und kulturellen Einsatzes, der dank des Mönchtums verbreitet wurde.

Im Inneren des Gebäudekomplexes kann man die drei zugehörigen Kreuzgänge besichtigen. Chiostro dei Secolari“, „Chiostro di San Benedetto“ und „Chiostro di San Simeone“, von dem aus man direkt den Kapitelsaal betritt, einem der ältesten und wichtigsten Räume des Klosters und dessen leitendes Zentrum. Im Inneren befinden sich die Überreste der Gräber von Äbten des 16. Jahrhunderts.

Bei der Besichtigung kommt man dann zum Refektorium und in das Untergeschoss, wo in eindrucksvollen Kellerräumen aus dem 16. Jh., landwirtschaftliche Karren ausgestellt sind.

Das städtische Museum, Museo Civico Polironiano von San Benedetto Po, ist eines der größten Heimatkundemuseen Italiens. Hier ist der materielle Teil der ländlichen Kultur und Gesellschaft ausgestellt und auch die an Magie, Volksreligion, örtliche Überlieferungen und künstlerische Ausdrucksformen der Po-Ebene gebundenen immateriellen Aspekte. Schließlich kann man die zwischen 1540 und 1545 restaurierte mächtige Klosterkirche bewundern, die ihre alte romanische und gotische Anlage bewahrt.

 

3 GUTE GRÜNDE FÜR DIESE ROUTE

  1. Seit Juli 2008 befindet sich Mantua auf der Liste der Weltkulturerbestätten der UNESCO. Im Jahr 2016 zeichnete das italienische Ministerium für Kulturgüter, kulturelle Aktivitäten und Tourismus Mantua mit dem Titel italienische Kulturhauptstadt aus. 2017 sind Mantua und Provinz Teil der europäischen Region der Gastronomie der östlichen Lombardei, einem Projekt, dass die besten gastronomischen Gebiete des Kontinents hervorheben soll.
     
  2. In Mantua haben große Genies der Vergangenheit gelebt, von Leon Battista Alberti zu Mantegna und Giulio Romano, Meister architektonischer Kunstwerke und Gemälde ohnegleichen. Mantua ist eine geschichtsträchtige Stadt, wo man noch heute die Atmosphäre der damaligen Zeit spürt, als eines der bekanntesten Fürstengeschlechter Europas, die Gonzaga hier regierten und großen Einfluss auf die italienische Geschichte des 14.-17. Jahrhunderts nahmen.
     
  3. Salami aus Mantua, Kürbisravioli und der Mürbekuchen „Sbrisolona“ sind Spezialitäten, die man in vielen Restaurants, die Lokalgerichte anbieten, essen kann, während man eine Pause auf dem Weg macht.

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