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Osterbräuche, die die Lombardei begeistern

In diesem Jahr fällt Ostern, ein wichtige Feiertag für Christen weltweit, auf den 17. April – traditionsgemäß der erste Sonntag nach dem Frühlingsvollmond.

 

 Diesem Tag der Wiederauferstehung und Freude geht die Karwoche voraus (von Palmsonntag bis Karsamstag). Die Feierlichkeiten enden mit dem sogenannten Engelsmontag in Gedenken des Engels, der den Frauen am Grab Jesus erschien. Auch Pasquetta genannt, wird der Ostermontag traditionell den Familienausflügen gewidmet.  

Osterbräuche in der Lombardei
Seit Jahrhunderten werden in der Lombardei die liturgischen Feierlichkeiten des Osterfestes von religiösen und folkloristischen Riten, Prozessionen, Reliquien- und Kunstausstellungen sowie religiösen und kulturellen Veranstaltungen begleitet, die in vielen lombardischen Städten und Gemeinden stattfinden. 

Und nach zwei Jahren Zwangspause aufgrund der Pandemie kommen die Menschen in der Lombardei endlich wieder dazu, Ostern mit Hingabe zu feiern. Entdecken Sie mit uns die spannendsten Veranstaltungen:

Die Festsänften (Pasquali) von Bormio
Die Pasquali di Bormio sind eine 600 Jahre alte Tradition im Veltlin, an der die Einwohner, Handwerker und Liebhaber des Ortes beteiligt sind. Die Pasquali sind festliche Sänften mit religiösem Thema, die im Winter in den verschiedenen Ortsteilen gebaut werden.  Am Ostersonntag werden sie auf den Schultern der Pasqualisti durch die Altstadt getragen und von den Einwohnern Bormios in typischer Tracht zur Piazza Kuerc begleitet, wo die alte Bajona-Glocke läutet. Hier sind sie bis Ostermontag zu sehen. Gemäß einem alten Bauernbrauch nehmen auch gesegnete Pferde, Esel und Lämmer an der farbenfrohen Parade teil.  

Antike Osterprozessionen im Val Seriana
Am Abend des Karfreitags findet die Prozession des Cristo Morto di Gromo (BG), im Val Seriana statt – ein Moment, der für alle Bewohner des mittelalterlichen Dorfes eine besondere Bedeutung hat. Bei dieser alten Ostertradition wird das ganze Dorf von Kerzen und Lagerfeuern erleuchtet, die auf den Wiesen und den Felsen entlang des Serio Flusses entzündet werden.  Die Prozession wird mit der Statue des Cristo Morto eröffnet, einem großen Kruzifix aus dem 16. Jahrhundert, gefolgt von Kreuzen und Symbolen der Passion Jesu, darunter die Dornenkrone.  Die Tradition setzt sich zu Tisch fort, wo man zum Ende der Fastenzeit Maiasa isst, einen Maismehlkuchen mit Zwiebeln, getrockneten Feigen und Äpfeln.

Seit 1730 wird jeden Karfreitag in Vertova (BG) die "Kreuzabnahme" aufgeführt, bei der jüdische Figuren den Leichnam Christi – die Statue des toten Christus mit beweglichen Armen, die 1725 von Andrea Fantoni geschaffen wurde – auf eine Bahre legen. Ringsherum stehen kostümierte Personen und Gruppen römischer Soldaten mit langen Speeren. Dann beginnt die "Feierliche Prozession", an deren Ende ein barfüßiger, vermummter Gläubiger in einem roten Gewand steht, der ein Kreuz auf den Schultern trägt: ein anonymer Büßer, dessen Identität nur der Pfarrer kennt.
 

Ostern in Mantua: die Ausstellung der Heiligen Vasen
In Mantua findet am Nachmittag des Karfreitags eine der ältesten Ostertraditionen der Lombardei statt: die Ausstellung der heiligen Vasen, die in der unterirdischen Krypta der Basilika Sant'Andrea aufbewahrt werden.  Die christliche Tradition besagt, dass die kostbaren Kelche die mit dem Blut Christi getränkte Erde enthielten, die der Legionär Longinus am Fuße des Kreuzes gesammelt hatte. Die Reliquien werden in einer aufwendigen Zeremonie, bei der 12 Schlösser und Riegel in Anwesenheit hoher staatlicher und kirchlicher Würdenträger geöffnet werden, aus ihren Schatullen entnommen und in der Apsis der Kathedrale am Fuße des gekreuzigten Christus zur Anbetung der Gläubigen ausgestellt. 

Die Prozession zur Vorbereitung auf Ostern: Madonù di Dossena
Eine weitere jahrhundertealte Ostertradition in der Lombardei ist die Prozession der Madonù di Dossena, einer lebensgroßen Holzstatue der Schmerzensmutter, die den Leichnam des toten Christus hält und von den Bewohnern von Dossena und des Tals verehrt wird. Die Prozession findet neun Tage vor Karfreitag in einem Dorf statt, das sich zwischen Val Serina und Val Brembana befindet. Die Verehrer der Mutter Jesu beschwören ihren Schutz und schenken der Madonù als Dank Goldschmuck, den sie an die Statue hängen, wo er für immer als Zierde bleibt.

Tromello; die Kreuzwegprozession
Seit Hunderten von Jahren findet in Tromello (PV), einer Gemeinde in der Region Lomellina, jeden Gründonnerstag die Kreuzwegprozession statt. Die Prozession, die mit Reue und der Bitte um Gnade verbunden ist, stammt aus dem 17. Jahrhundert und wird von einem barfuß gehenden, vermummten Büßer angeführt, der das Kreuz durch die Straßen des Dorfes trägt. Die Ketten an seinen Knöcheln klirren hörbar auf dem Kreuzweg, in der Stille der Menge und der sich nähernden Nacht ... 
 

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