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Morimondo
Alles begann mit der achteckigen Steinsäule (am 8. Tag, Symbol der Wiedergeburt), die die aus Morimond in Burgund stammenden französischen Mönche im Jahr 1136 im Tessiner Boden errichteten, um damit die neue Abtei Santa Maria di Morimondo zu gründen.
Die Zisterziensermönche, die der Regel des heiligen Benedikt folgten, widmeten sich der Handarbeit: Sie urbarisieren die Flächen rund um den Fluss, legen Bewässerungskanäle an, kümmern sich selbst um die landwirtschaftlichen Arbeiten und erfinden die Nutzung von Sumpfwiesen, um höhere Grasernteerträge zu erzielen, d. h. mehr Heu für das Vieh.
Und sie errichten die Abtei im gotischen Stil, indem sie Flusslehm anrühren, der, im Brennofen gebrannt, ihnen die Ziegel liefert: Es handelt sich um eine klösterliche Architektur, schnörkellos, schlicht, die auf der Mystik des Lichts im Zusammenspiel mit dem Schatten und der Geometrie in den Abmessungen der Gebäude basiert.
Der lombardische Ziegel mit seiner roten Farbe hebt sich gegen den wechselhaften Himmel ab, wenn sich der Horizont mit dem Dunst verhüllt, der aus Bewässerungsgräben, Quellen und Quellausläufen aufsteigt. Diese Landschaft aus Fluss, Wiesen, Wäldern, Reisfeldern und Bauernhöfen verdankt den Mönchen ihre landwirtschaftliche Bestimmung; es besteht eine Kontinuität zwischen den Sumpfwiesen, den Pappelreihen und der Zisterzienserarchitektur, die die Spiritualität des Ordens zum Ausdruck bringt, bestehend aus Gebet, Studium, Arbeit und Respekt vor der Natur.
Das Kloster hat das Dorf Morimondo (MI) geprägt, und heute möchte das Dorf das Kloster wiederbeleben: Es hat es nicht nur nach dem Unglück infolge der napoleonischen Aufhebung zurückgekauft und restauriert, sondern sich auch dessen Sprache zu eigen gemacht. So sind die Werbeplakate aus den Straßen verschwunden, ebenso wie die Freileitungen und die Aufstockungen der Häuser. Dazu gehört auch die Pflege der Anlagen des Ticino-Parks: Die Landschaft soll so bleiben, wie sie die Mönche einst durch die Einfachfenster der Abtei sahen.
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