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San Salvatore

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Museo di Santa Giulia
Via dei Musei, 81/B, Brescia
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+39 030 2977833

Mi, 31/07/2013 - 11:03 -- Laura Itinerario:  Der älteste Teil der Stadt Die Schätze der Stadtviertel Das hochmittelalterliche und romanisch-gotische Brescia Tipologia:  Kirchen Tag:  San Salvatore   Die Klosterkirche San Salvatore, die zum Konventskomplex San Salvatore-Santa Giulia gehört, stellt eine der wichtigsten noch erhaltenen architektonischen Zeugnisse des Hochmittelalters dar. Kürzlich erfolgte Untersuchungen (1989) brachten Aufschluss über die zahlreichen Bauphasen des Gebäudes. Die erste Kultstätte entstand in langobardischer Zeit, ca. in der zweiten  Hälfte des VII Jh. n. Chr. und war ein T-förmiges Gebäude, das auf einem bestehenden römischen Wohnhaus errichtet wurde. Es handelt sich um eine Saalkirche mit dreiapsidalem Querschiff, ein architektonischer Typus, der im gesamten Raum zwischen Adria und Alpenhauptkamm vertreten war. Die aus dieser Zeit stammenden Dekorationen lassen auf eine ununterbrochene Nutzung des Kultraums bis in die Mitte des VIII Jh.s n. Chr. schließen, als die Kirche unter Desiderius umgebaut wurde.   Unter Desiderius wurde die Kirche in eine 3-schiffige Säulenbasilika umgebaut und erweitert. Die umfangreiche Verwendung von Spolien aus klassischer und byzantinischer Zeit als Baumaterial zeigt deutlich den Willen des langobardischen Volkes, sich durchzusetzen. Säulen und Kapitelle aus verschiedenem Material und mit unterschiedlichem Dekor wurden nicht willkürlich, sondern nach Typologie geordnet auf das südliche und nördliche Schiff verteilt. Einige Bauelemente stammen aus Vorgängerbauten, wahrscheinlich aus dem nahen öffentlichen Gebiet, andere wurden eigens dafür realisiert. In dem nördlichen Säulengang fallen vor allem zwei Korbkapitelle nach byzantinischem Muster auf, vielleicht stammen sie aus Ravenna, nachdem diese Stadt von den Langobarden erobert wurde. Die ganze vom Königspaar Desiderius und Ansa errichtete Kirche war im Inneren mit Fresken und darauf abgestimmter Stuckatur geschmückt. Die Dekoration ist gemeinsam mit der des sogenannten „Tempietto Longobardo“ in Cividale eine der reichsten und am besten erhaltenen des Hochmittelalters. An den Wänden des Mittelschiffs oberhalb der Bögen befindet sich ein in drei Streifen unterteilter Bilderzyklus. In dem Streifen der obersten Teil wurden Episoden aus dem Leben Christi von der Kindheit bis zur Auferstehung dargestellt, im unteren Teil Begebenheiten aus dem Leben der heiligen Märtyrer Julia, Pistis, Elpis und Agape, deren Reliquien, die aus den römischen Katakomben von König Aistulf dem Kloster geschenkt wurden, waren wahrscheinlich in der Krypta beigesetzt worden. Die Stuckatur hatte eine wichtige Rolle bei der Dekoration der Basilika, einerseits als architektonisches Stilmittel, andererseits zur Vervollständigung der Malerei nach ravennatischem (Sant‘Apollinare in Classe) und römischem (San Paolo fuori le mura) Vorbild. Außerdem versteckten die Stuckarbeiten Unebenheiten und kleinere Mängel an den Verfugungen und vervollständigten fehlende Teile der Spolien. Die verschiedenen dekorativen Stuckelemente (Flechtbänder, Spiralen, stilisierte Lilien mit abwechselnden Blattmotiven, Flechtbögen, Einrahmungen mit Perl- und Eierstäben, Rosetten und kreuzförmige Lilien) wurden genau symmetrisch angeordnet und bedeckten die Bogenlaibungen, die Kämpfergesimse und die Heiligenscheine rund um die Gesichter der Hauptfiguren der Fresken. Die Blumenornamente wurden wie im Tempelchen von Cividale zusätzlich mit kleinen, bunten Glasampullen, die in der Mitte der Blütenblätter angeordnet waren, verziert. Aus Stuck war auch die Kassettendecke, die die flache Holzkonstruktion bedeckte. Der Stuck wurde direkt auf der Wand über einem Putzträger aus dünnsten Schilfrohrmatten in mehreren Schichten aufgetragen. Eine erste Schicht wurde gleichzeitig mit den Fresken angebracht, darauf die plastische Dekoration modelliert und mit Farbe belebt. Die Basilika aus der Zeit des Desiderius wurde durch dekorierte Einrahmungen, Konsolen und kleine Terrakottatafeln, für die damalige Kunst einzigartig bereichert, die teils durch Guss in  Hohlformen, teils erst nach dem Brand mit Pflanzenmotiven religiöser Symbolik z. B. mit Weinreben, dekoriert wurden. Der Mangel an Vergleichsbeispielen macht die Interpretation ihres Verwendungszwecks schwierig. An der südlichen Außenmauer der Kirche lag ein offensichtlich bedeutendes Grab. Es sind noch ein Bogen mit Resten einer Freskodekoration, die sich wahrscheinlich oberhalb eines Steinsarkophags, der heute verloren ist, befand. Bis zum 17. Jh. befand sich dort die Inschrift: „Ansa regina, regis Desiderii uxor“. Dieser Umstand und die Position der Grablege, die normalerweise dem Stifter einer Kirche vorbehalten war, zudem die Tradition anlässlich des Sterbetags der Königin Ansa, die Armen mit Brot und Wein zu speisen (wie dies die Fresken auf den Laibungen des Arkosoliums darstellen) lassen die Vermutung zu, dass es sich hierbei wirklich um das Grab der Gattin des Desiderius handelt. Dem Arkosolium gegenüber wurden unter dem Bodenniveau weitere drei gemauerte Sarkophage mit Giebeldachdeckel, die innen mit Flechtmotiven und gemalten Kreuzen dekoriert waren, gefunden. Hierbei handelt es sich wahrscheinlich um die Begräbnisstätten dreier Mitglieder der Familie Ansas, vielleicht den Vater und ihre zwei Brüder. Quellen berichten von deren Bestattung in der Kirche San Salvatore. Ebenso reich wie die Terrakotta- und Stuckornamente waren die marmornen Teile der Kirchenausstattung verziert. Viele Teile davon sind uns erhalten geblieben. Zu einem Ambo gehörten wahrscheinlich die weißen, mittelkörnigen Marmortafeln mit zwei zur Mitte schreitenden Pfauen, eines der hervorragendsten  und raffiniertesten Beispiele hochmittelalterlicher Reliefkunst, eine perfekte Symbiose aus spätantikem Naturalismus und byzantinischer Eleganz. Bogenförmige Platten mit geometrischem und pflanzlichem Dekor waren vielleicht Teil eines Baldachins über einem Altar oder Reliquienschrein, zahlreiche Blendarkaden sind wahrscheinlich Fragmente der Chorschranken, die die Apsis von den Kirchenschiffen trennte. Nach  Ankunft der Reliquie der Hl. Julia im Jahr 761 wurde die Kirche mit einer Krypta versehen, die verschiedenen Umgestaltungen erfuhr sowohl in antiker als auch in romanischer Zeit, als sie nach Westen erweitert wurde. In ältester Zeit war die Krypta halbkreisförmig, durch Pfeiler unterteilt, die mit Stuck und Fresken dekorierte Arkaden stützten. An der Bodenwand befanden sich drei Fresken, die von Girlanden umrahmt waren. Der Zugang zu diesem unterirdischen Raum erfolgte durch zwei ringförmige Gänge, von denen man  wahrscheinlich über hölzerne Treppen auf das Niveau hinuntersteigen konnte, auf dem der Reliquienschrein aufbewahrt wurde.   SAN SALVATORE Via Musei, 81/b Brescia File:  Audioguide Santa Giulia Stadtmuseum.mp3 Galleria:  Links:  San Salvatore ItalianoEnglishFrançaisEspañol

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